english
Extranet
 

Glossar

Ein ausführliches Glossar zu den wichtigsten Fachbegriffen finden Sie › hier:

› Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema Bioenergie
Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

1. Was versteht man unter "Bioenergieträger"?

Bioenergieträger liegen in vielfältiger Form vor. Zu den Festbrennstoffen gehören u.a.:

Bei den flüssigen Bioenergieträgern, die z.B. als Treibstoff dienen können, sind von Bedeutung:

Als gasförmiger Bioenergieträger ist zu nennen:

2. Welche Vorteile bieten biogene Energieträger?

3. Gibt es überhaupt genug Biomasse zur Energieerzeugung?

Zur Abschätzung der verfügbaren Mengen an Bioenergieträgern gibt es zahlreiche Untersuchungen. Danach lassen sich zwischen 5% und 10% des derzeitigen Primärenergiebedarfs in Deutschland aus Biomasse decken und die entsprechende Menge an Öl, Erdgas oder Kohle einsparen. Genutzt werden von dieser verfügbaren Menge aber bislang lediglich 0,8%.

Allein durch die Nutzung der derzeit anfallenden forst- und landwirtschaftlichen Reststoffe würde sich der Anteil der Biomasse am Primärenergiebedarf verdreifachen lassen. Reststoffe heißt, dass es sich um Material handelt, welches nicht oder nur teilweise sinnvoll genutzt werden kann, wie

4. Und was ist mit der Technik?

Die älteste und auch heute noch am häufigsten anzutreffende Art der Biomassenutzung ist die Verbrennung. Daher hat es hier in den letzten Jahren auch den größten Entwicklungsschub gegeben. Die heute am Markt verfügbaren Anlagen - egal ob im Bereich der Kleinfeuerung oder für größere, zentrale Heizwerke, sind technisch ausgereift. Sie verbinden einen hohen Wirkungsgrad mit einem Bedienkomfort, der zumindest bei den automatisch oder halbautomatisch beschickten Anlagen dem einer Erdgas- oder Ölzentralheizung entspricht.

Als Brennstoffe kommen überwiegend Scheitholz oder Hackschnitzel zum Einsatz. Aber auch dort, wo die Lagerung von Scheitholz ein Problem darstellt, gibt es Abhilfe. Hier sind Pellets, d.h. industriell gefertigte, normierte Brennstoffe sehr interessant. Sie verbinden eine hohe Brennstoffqualität mit einer ausgezeichneten Transport- und Lagerfähigkeit und sind für den privaten Nutzer sicherlich die bequemste Möglichkeit zum Einsatz heimischer Energieträger.

5. Wie sieht die Kostenseite aus?

Hoher technischer Standard bedeutet im Falle der Biomassenutzung auch, dass diese Technologie im Vergleich zu den etablierten Gas- und Ölfeuerungen leider noch teurer sind. Hierzu trägt auch die derzeit noch geringe Verbreitung von Biomassefeuerungen in allen Leistungsklassen bei. Darüber hinaus ist es technisch aufwendiger, einen Festbrennstoff effizienter und emissionsarmer zu verbrennen als einen gasförmigen oder flüssigen Energieträger. So kommt es, dass die Anschaffungskosten für Biomassefeuerungen je nach Leistungsgröße um etwa das 1,5 - 2 Fache über denen vergleichbarer fossiler Feuerungen liegen. Dieser finanzielle Mehraufwand lässt sich allerdings durch die Ausschöpfung der bestehenden staatlichen Förderprogramme zumindest teilweise ausgleichen.

Die Betriebskosten einer derartigen Anlage werden im wesentlichen von den Brennstoffkosten bestimmt. Leider hat sich in Deutschland bislang noch kein Brennstoffmarkt für Biomassefeuerungen etablieren können, so dass es sehr starke regionale Preisdifferenzen gibt.

6. Was sagt die Umwelt zur Bioenergie?

Die Bioenergie nimmt - wie alle regenerativen Energieträger - für sich in Anspruch, eine besonders umweltfreundliche Art der Energieerzeugung zu sein. An erster Stelle wird dabei immer die CO2 - Neutralität dieser Energieträger genannt.

Nun erfolgt die Energiebereitstellung bei der Biomasse aber üblicherweise über einen Verbrennungsprozess, bei dem zwangsläufig auch andere Komponenten freigesetzt werden. An erster Stelle sind hier Stickoxide zu nennen, da Stickstoff Hauptbestandteil der bei der Verbrennung benutzten Luft ist. Darüber hinaus entstehen aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen, die etwa zum charakteristischen Geruch eines Holzfeuers führen sowie Halogenverbindungen.

Je nach Brennstoff werden diese Schadstoffe in unterschiedliche Menge freigesetzt. Dominant ist immer die Bildung von Wasserdampf, da biogene Brennstoffe durch einen hohen Wassergehalt gekennzeichnet sind. Dieser Wasserdampf führt zur Bildung der weithin sichtbaren Wasserdampffahnen, die einen vermeintlich hohen Schadstoffausstoß vortäuschen. Solange unbelastete Brennstoffe eingesetzt werden, sind die entstehenden Emissionen mit den verfügbaren Technologien sicher beherrschbar. Besonders hohe Anforderungen an die nachgeschaltete Abgasreinigung sind allerdings dann erforderlich, wenn belastete, d.h. mit Holzschutzmitteln behandelte Hölzer verbrannt werden. Daher haben diese Materialien insbesondere in Kleinfeuerungsanlagen nichts zu suchen, sondern sind speziellen Verbrennungsanlagen vorbehalten.